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Laktoseintoleranz
14.10.2006 von Sahanya

Was bedeutet Laktoseintoleranz?


Der Körper benötigt das Enzym Laktase um Laktose zu spalten.
Bei einer verminderten Laktaseproduktion gelangt ungespaltene Laktose in tiefere, bakteriell besiedelte Darmabschnitte. Hier erfolgt ein bakterieller Abbau zu Milchsäure, Essigsäure, Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff.
Durch die wasserbindende Eigenschaft von Laktose steigt der osmotische Druck und Wasser strömt in den Darm. Die gleichzeitige Säurebildung fördert die Darmbewegung, die Folgen sind Blähungen und Durchfall. Die entstandenen Gase blähen den Bauchraum auf und verursachen neben den Blähungen auch Druckschmerzen. Diese Gase können die Darmwand durchdringen und in das Blut gelangen. Zudem bewirken zu grosse Mengen an Laktose die Zunahme von Kolibakterien im Dickdarm.
Die Laktoseintoleranz als Enzymmangel darf nicht mit der selteneren Milchallergie verwechselt werden, bei der es sich um eine aktive Immunreaktion aufgrund einer echten Allergie gegen Kuhmilcheiweiß handelt.

Ursachen


Zum einen kann eine genetische Veranlagung zur Laktoseintoleranz bestehen.
Möglich ist auch eine vorübergehende verminderte Laktaseproduktion durch eine Darmerkrankung.
Außerdem gibt es noch den natürlichen Laktasemangel durch die normale Entwicklung von Säugetieren, zu denen wir Menschen nun einmal gehören. Jeder Säugling produziert erhöht Laktase doch dieser Zustand läßt wärend des Wachstums nach. Dies geschieht bei Jedem unterschiedlich schnell und stark. Wärend im Südasiatischen Raum die Erwachsenen so gut wie keine Laktose mehr vertragen, halten wir in nördlichen Bereichen und dem Nahosten den Laktasehaushalt sehr hoch.

Diagnostik


Blutzuckertest
Es werden 50mg Laktose in 300ml Wasser aufgelöst und auf nüchternen Magen getrunken. Dann wird alle 30 Minuten der Blutzuckerspiegel gemessen
Steigt der Wert innerhalb zwei Stunden um weniger als 20 mg/dl an, liegt Laktoseintoleranz vor.
Atemtest
Ähnlich dem Blutzuckertest. Die gleiche Laktoselösung wird auf nüchternen Magen getrunken aber dann wird nicht der Blutzuckerspiegel berechnet, sondern der Zuckergehalt in der Atemluft gemessen. Die Auswertung erfolgt wie beim Bluttest.
Gentest
Mit Hilfe eines Wangenschleimhautabstriches wird ein Test auf den LCT-Genotyp durchgeführt.
Biopsie
Eine Gewebeprobe des Dünndarms wird entnommen und untersucht.
Expositionstest
Der meiner Meinung nach vernünftigste Test, den man auch zu Hause durchführen kann.
Man verzichtet eine Weile gänzlich auf Laktosebeinhaltende Produkte und nimmt dann nach ein paar Wochen eine hochkonzentrierte Laktoselösung aus der Apotheke zu sich.
Wenn man darauf mit den typischen Symptomen reagiert, liegt eine Laktoseintoleranz vor.

Behandlung


Eine direkte Behandlung für LI-Patienten gibt es leider nicht, aber man kann zum einen Laktase als Nahrungsergänzung zu sich nehmen und zum anderen auf Laktose verzichten.
Im Handel gibt es spezielle Laktosefreie Produkte und hier habe ich noch einen Link mit tollen Rezepten ohne Milchzucker: http://www.libase.de/board.html?boardid=28&hl=Laktoseintoleranz+Rezepte
Libase ist im allgemeinen sehr zu empfehlen!
Laktose freie Milch schmeckt im übrigen süßer, als normale und wird daher von Kindern besonders gerne getrunken.
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