Artikel » Gesundheit » Phimose (Vorhautverengung)
   

Phimose (Vorhautverengung)
11.05.2007 von Sahanya

Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut nicht über die Eichel zurückschieben.

Die deutsche Gesellschaft für Urologie gibt an, daß alle neugeborenen Jungen eine natürliche Vorhautverengung haben, die sich bei den meisten mit den Jahren wieder gibt. Mit Beendigung des ersten Lebensjahres ist das Zurückziehen der Vorhaut erst bei der Hälfte der Jungen möglich, mit drei Jahren schon bei 89 Prozent. Bei etwa 1 Prozent hält die Phimose an (16- bis 18-Jahre und älter).

Eine Phimose ist meist angeboren, kann aber auch durch Verletzungen, Entzündungen oder nachlassender Hautelastizität im Alter auftreten.

Eine Vorhautverengung kann durchaus auch ohne irgendwelche Beschwerden zu verursachen, allerdings kann sie auch die Ursache von Entzündungen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen sein.

Die Phimose erschwert die Reinigung der inneren Vorhautanteile. Vorhauttalg und Zellbestandteile sammeln sich im Vorhautsack und bilden Smegma, das sich leicht entzünden kann.

Eine Errektion könnte auch schmerzen verursachen, deswegen sollte schon im Kindesalter mit einer Behandlung begonnen werden.
Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko auf Peniskrebs.

Diese kann zunächst aus einer Wochenlangen Salbung mit Kortison oder Estriol bestehen, wobei die Vorhaut leicht und vorsichtig zurückgeschoben wird.

Wenn die Salbenbehandlung ohne Erfolg bleibt, lässt sich die Vorhaut operativ erweitern, was allerdings nicht vor Beendigung des zweiten Lebensjahres erfolgen sollte.

Angeborene und vor allem narbige Phimosen sollten spätestens bis zur Einschulung operiert werden. Auch bei wiederholten Entzündungen unter der Vorhaut ist ein operativer Eingriff unbedingt anzuraten.

Die Operation kann auf mehrere Arten geschenen.
Entweder wird der vordere verengte Teil der Vorhaut entfernt (Zirkumzision/Beschneidung) oder man entscheidet sich für die "Welsh-Plastik". Hierbei werden zwei Schnitte quer über der Engstelle der Vorhaut getätigt. Auf diese Weise lässt sich die Vorhaut dann über die Eichel ziehen. Das Ganze wird wieder vernäht, aber so dass die Vorhaut weiter ist als vorher. Diese Methode heilt fast spurenfrei ab, die Vorhaut sieht hinterher noch genauso aus wie vorher, es bleiben nur zwei kleine weiße Narbenstreifen. Es besteht auch die Möglichkeit einer "Triple-Inzision". Dabei erfolgen unter lokaler oder Allgemeinnarkose 3 kleine Längsschnitte in die Vorhaut, welche auf die erforderliche Weite gedehnt und wieder vernäht werden. Es wird kein Gewebe entfernt.

Ich rate Grundsätzlich dazu, mit einer OP, wenn kein Grund zur Eile besteht zu warten, bis das Kind aus dem Windelalter heraus ist, weil das feuchte und warme Klima in der Windel den Heilungsprozess erschweren und evtl zu Entzündungen führen könnte.



Artikel-Infos
  druckbare Version anzeigen Druckansicht   Artikel empfehlen Seite empfehlen
 
    kommentieren 0 Kommentar(e)  

Seitenanfang nach oben

Ein Herz für Eltern © 2010


Diese Seite benutzt Punktesystem Pro 2.1